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Social Media und Employer Branding: Überraschende Studienergebnisse und offene Fragen

From balcony
Image by Andreas Solberg via Flickr

Vermeintlich gibt es an einem sonnigen Frühlingssamstag auf meinem Balkon interessantere Dinge zu tun, als diesen Beitrag über die  vorläufigen Ergebnisse unserer Studie zur Nutzung von Social Media für Employer Branding und Recruiting zu schreiben. Aber die Ergebnisse haben unsere – ich möchte sagen kühnsten – Erwartungen übertroffen, zumindest rede ich mir das jetzt ein, um eine psychologische Rechtfertigung für den entgangenen Samstag zu haben.

Also, was gibt es spannendes zu berichten?

Studiendesign: Social Media für Employer Branding und Recruiting

Zusammen mit der studentischen Unternehmensberatung Oscar und Manuel von Talential.com haben wir zur Vorbereitung unseres Workshops zu „Employer Branding und Recruiting mit Social Media“ auf dem World Business Dialogue eine kurze Umfrage (hier der Link zur Umfrage) gestartet. Mit 409 Teilnehmern, von denen rund drei Viertel Studenten aus Deutschland sind, haben wir eine gute Datenbasis, um ein paar vorläufige Ergebnisse zu ziehen.

Ergebnisse

Vielen Dank für die aktiven Beiträge der Workshop-Teilnehmer, die sich aus Studenten aus rund 15 Ländern sowie Geschäftsführern, PR- und Personal-Managern aus Unternehmensberatungen, DAX-Konzernen, Industrie-Mittelstand und kleinen IT- und Medienunternehmen zusammensetzten.

Hier die Übersicht zu den Ergebnissen der Studie sowie einige der Statements der Workshop-Teilnehmer:

Die Top-10 der Erkenntnisse, die ich in weiteren Beiträgen einzeln nochmal an dieser Stelle diskutieren werde:

  1. Facebook hat StudiVZ / VZ-Netzwerke überholt – nicht nur in Nutzerzahlen und Wachstum, sondern v.a. in Glaubwürdigkeit und Nützlichkeit für Informationen über Arbeitgeber
  2. Facebook und Twitter werden Business-Netzwerke – sie bewegen sich von „Fun“-Aspekten hin zu Kontaktdatenbanken und Informationsplattformen
  3. Social Networks werden für Arbeitgeberinformationen genutzt – und zwar bemerken 75% der Nutzer von Social Networks Informationen von Arbeitgebern – und 62% hiervon halten sie für nützlich
  4. Der Erfolg von Social Media Recruiting variiert zwischen Netzwerken: Als am nützlichsten wird von Studenten das Karriere-Netzwerk squeaker.net gesehen (und zwar von 88% der squeaker.net-Nutzer). Das freut uns natürlich. Nützlich sind auch Facebook, Xing, Twitter. StudiVZ, MySpace, Google Buzz werden kaum als nützlich empfunden.
  5. Twitter wird tatsächlich genutzt – mehr von Unternehmen (Sendern) als von Studenten (Empfängern) – aber immerhin 1/3 der Studenten aus unserer Umfrage nutzen Twitter und fast die Hälfte findet Twitter nützlich für Arbeitgeberinformationen. Das ist deutlich mehr, als ich bei den überwiegend deutschen Teilnehmern erwartet hätte.
  6. Social Media ist ein Prozess – kein Event. Recruitingmessen, Anzeigen usw. sind weiterhin wichtig. Aber den langfristigen Dialog mit der Zielgruppe führt man am besten über Social Media Netzwerke. Irrelevante Umsonst-Heftchen an Unis verlieren mit ihren gesponsorten Inhalten an Glaubwürdigkeit.
  7. Studenten suchen vor allem Insider-Informationen in Social Networks. Das predigt squeaker.net seit fast 10 Jahren.
  8. Studenten finden es unangebracht, dass Arbeitgeber sich über ihr Privatleben über Social Networks informieren und sind daher zurückhaltend, wenn sie auf Social Networks Beiträge schreiben.
  9. Nicht jede Unternehmensmarke passt zu jedem Social Network. Nicht jeder „muss“ bei Facebook dabei sein (obwohl es hierzu einiges an Diskussion gab). Bei squeaker.net bieten wir ein sauberes und themenrelevantes Umfeld für Arbeitgebermarken.
  10. Unternehmen sollten sich der Diskussion stellen. Einhellige Meinung im Raum: Kritische Beiträge sollten nicht gelöscht werden, solange sie nicht unter die Gürtellinie gehen. Die Diskussion findet sowieso statt, ob auf der eigenen Präsenz bei Social Networks oder ausserhalb.
Kritik und nächste Schritte

Weder die Stichprobe noch die Fragenstellung ist wissenschaftlich. Es ging uns darum, ein paar eigene Hypothesen zu testen. Die Umfrage wurde teilweise über Social Media Kanäle wie Twitter beworben, was natürlich die Ergebnisse nicht allgemein repräsentativ sein lässt. Die Ergebnisse sind jedoch ein guter Diskussionsansatz, um am Studiendesign zu feilen.

Wir drei (Axel von Oscar, Manuel und ich) hatten viel Spass bei der intensiven Diskussion der Ergebnisse und würden das Thema auch gerne weiter verfolgen. Wer ebenso Interesse daran hat und uns unterstützen kann (z.B. wissenschaftliche Arbeiten, Verteiler für Umfrageteilnehmer, Auswertung, Fragen usw.), möge auf uns zukommen (mich erreicht man unter stefan.menden (at) squeaker.net).

An dieser Stelle (und über den squeaker.net Twitter-Kanal) werde ich weitere Details zu der Studie veröffentlichen und diskutieren.

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Social Media Workshop auf OFW Kongress

world-business-dialogue.de
Image by dkommpics via Flickr

Social Media im Recruiting und Employer Branding ist in der HR Branche in aller Munde. Immer wieder kommen Kunden auf uns zu und suchen Rat in dem Dschungel von Beratern, Studien und Pressemitteilungen. Wir glauben ja, dass squeaker.net Social Media Recruiting seit dem Jahr 2000 macht – nur hiess das damals noch nicht so. Umso mehr freut es uns, dass heute zunehmend Wert auf effektive, authentische und im Dialog mit der Zielgruppe stattfindende Recruiting- und Employer Branding Kampagnen gelegt wird.

Vor diesem Hintergrund hat uns das Organisationsforum Wirtschaftskongress (OFW) eingeladen, auf dem nächste Woche anstehenden World Business Dialogue in Köln einen Workshop zum Thema Recruiting and Employer Branding with Social Media: Chances and Pitfalls for Employers and Jobseekers in the Crisis and beyond zu halten. squeaker.net Gründer Stefan Menden wird dabei von Manuel Koelman von der Karriere-Plattform Talential.com und der zum OFW gehörenden studentischen Unternehmensberatung OSCAR unterstützt.

Gemeinsam werden wir einige Mythen und Wahrheiten von Social Media als Medium für Recruiting und Employer Branding diskutieren. Darüber hinaus möchten wir auch die Perspektive der anwesenden ausgewählten Studenten aus aller Welt einfließen lassen und Tipps zum Umgang mit Social Media bei der Jobsuche und Information über Arbeitgeber geben.

Zur Vorbereitung haben wir gemeinsam eine Blitzumfrage zur Nutzung von Social Media für Recruiting und Karriereplanung gestartet. Hier geht es zur Umfrage.

Wir freuen uns gemeinsam mit Manuel Koelman und OSCAR auf einen interessanten Workshop. Die Ergebnisse werden wir hier noch posten.

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Die squeaker.net-Story Teil 1: Die Vision und die Besonderheiten

sqn-2-medium
Image by squeaker.net via Flickr

squeaker.net wurde von mir zusammen mit zwei Kommilitonen der Uni Köln im Jahr 2000 gegründet. Meine Mitgründer, Hanno Fichtner und Fabian Wasmus, waren wie ich auch beide Mitglieder des OFW-Netzwerkes (ich war Vorstand beim OFW, Hanno und Fabian waren Berater bei OSCAR). Unsere Vision war, eine qualitative Online-Community (damals nannte man Social Networks noch „Communities“) zu gründen, in derambitionierte und kluge Studenten und Absolventen sich auf ähnlich hohem Niveau unter ihren Peers austauschen konnten: So, wie wir es vom OFW her kannten. Massen-Jobdatenbanken und Studi-Foren mit Dating, Produktwerbung usw. gab es damals – wie heute – mehr als genug.

Unser Ziel war, Informationsasymmetrien bei einer der wichtigsten Entscheidungen des Lebens abzubauen, nämlich bei der Entscheidung für die ersten Karriereschritte. Und dies auf authentische und qualitative Art und Weise.

Das Internet war die ideale Plattform hierfür. eBay, Amazon, epinion und andere hatten die Macht des Mediums schon damals gezeigt. Man konnte ungefilterte Meinungen von anderen zu Marken und Produkten bekommen und musste sich nicht alleine auf die Informationen der Unternehmen verlassen. Die Meinungsbildung über potenzielle Arbeitgeber jedoch hatte die Revolution noch nicht erreicht. Dabei liegen doch gerade hier die Vorteile für beide Seiten auf der Hand:

  • Bewerber, die bisher eher zufällig auf der Basis ihrer verhältnismäßig wenigen persönlichen Kontakte und der Arbeitgeberwerbung der sie ausgesetzt waren, ihre Karriereschritte planen, haben ein natürliches Interesse mehr über Unternehmen, ihre Karriereoptionen, die zukünftigen Kollegen usw. zu erfahren.
  • Unternehmen, die bisher nur durch die von ihrer PR und Corporate Communications Abteilung freigegebenen Anzeigen, Imagebroschüren und Pressemitteilungen kommunizieren konnten, haben ein natürliches Interesse daran, in einen echten Dialog mit Bewerbern zu treten und somit die besten Potenziale ansprechen, um diese glaubwürdig informieren zu können und kostspielige Fehleinstellungen zu vermeiden.

Karrieremessen, Workshops, Unternehmenspräsentationen, Imageanzeigen, Pressearbeit, Karriere-Events und natürlich auch Online-Unternehmensprofile und Banner/Newsletterwerbung leisten ihren Beitrag zur Information der Bewerber und sind in der richtigen und effektiven Wahl des Instrumentariums wichtig.

Wir haben an uns selbst jedoch gemerkt, dass die Top 10-15% eines Uni-Jahrganges mehrere Angebote bekommen und ihre finale Arbeitgeberwahl vor allem von persönlichen Eindrücken leiten lassen. Mit diesem Wissen haben wir zwei Produkte damals im Jahr 2000 erfunden:

  • Erfahrungsberichte von Bewerbern, Praktikanten und Einsteigern über Unternehmen
  • Authentische Employer Branding Maßnahmen in der Community (würde man heute wohl „Social Media Recruiting“ nennen)

Mit letzteren weisen unsere Kunden (Unternehmen wie McKinsey, BCG, HSBC, Deutsche Bank, Henkel, PwC usw.) auf ihre Karriere Events im Mitgliedernewsletter hin, präsentieren sich und ihre Mitarbeiter in authentischen Unternehmensprofilen, bauen ihre Marke durch Imageanzeigen, Banner und Logopräsenz in der Community auf und weisen auf Stellenangebote zugeschnitten auf die Squeaker-Zielgruppe hin.

Das war die Idee in 2000 – an der wir bis heute nicht rütteln. Wie wir die Firma damals gegründet haben und die Seite gebaut haben, ist Inhalt eines weiteren Beitrages.

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squeaker.net übernimmt Karriereforum nicube.com aus UK

squeaker.net - nicube.comsqueaker.net gibt die Übernahme des britischen Karriereforums nicube.com als Teil seiner Wachstumsstrategie bekannt.

squeaker.net – Betreiber eines online Karrierenetzwerks für Bewerber bei Top-Unternehmen sowie eines Verlages für Karriereliteratur hat das in London ansässige Karriereforum Nicube.com übernommen.

Nicube wurde von Jan Sramek zu seiner Studienzeit in Oxford und an der London School of Economics (LSE) gegründet und zu einem in UK führenden Insider-Forum für Finance-Karrieren aufgebaut. Das Forum zieht vor allem Studenten der britischen Top-Tier Hochschulen, wie Oxford, Cambridge, LSE und LBS an, die sich über die Bewerbung und Karriere bei den führenden Banken, Investmentbanken, Private Equity Firmen und im Corporate Finance sowie bei Strategieberatungen austauschen. Da Jan inzwischen selber als Trader bei Goldman Sachs arbeitet, hat er einen Partner für Nicube gesucht, der das gleiche intime Verständnis für diese exklusive Nutzerschaft hat.

Für squeaker.net ist die Übernahme von Nicube ein wichtiger strategischer Schritt. „Die Karriere der ambitionierten squeaker.net Mitglieder findet international statt. Nicube ist aufgrund des Fokuses auf die Nische absoluter Top-Studenten und -Unternehmen ein natürlicher Fit für uns“, sagt Stefan Menden, Gründer und CEO von squeaker.net. Er fährt fort: „Für unsere Kunden bedeutet dies, dass sie über uns ihre Reichweite in die internationalen Top-Universitäten erweitern können, um Zugang zu den besten Nachwuchskräften zu bekommen.“

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Ist die Stellenanzeige tot?

Was für eine Stellenanzeige... ;-)
Image by santasapina via Flickr

Auf der Zukunft Personal Messe wurde ich von Manuel Koelman von talential in einem Video-Interview gefragt, ob die Stellenanzeige tot sei und wohin Recruiting-Trends im Allgemeinen gehen. Das Video findet sich bei You Tube hier.

Meine Antwort darauf: Die Stellenanzeige ist so tot, wie das papierlose Büro Realität geworden ist.

Bekanntermaßen habe ich die Zukunft Personal Messe mit einigen Zweifeln zu dem plötzlichen Aufleben von Employer Branding und Social Recruiting verlassen. Nicht, dass ich als Internet-Entrepreneur nicht mit Begeisterung und Herzblut an die Möglichkeiten von Web-Technologien glaube. Vielleicht haben diese sogar eine Chance, die relativ verkrustete und konservative HR-Branche aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Aber nur mit twitter-Kanälen, Facebook-Fanpages und bunten Mitarbeiterbildern in einem Karriere-Netzwerk werden offene Stellen nicht mit qualifizierten Kräften besetzt.

Im Sterben liegt sicherlich die Stellenanzeige in der Print-Ausgabe der FAZ. So, wie man heute zunehmend Flüge auf skyscanner und nicht im Reisebüro, Wohnungen bei Immoscout und nicht in der Regionalzeitung, Restaurants bei Google oder Qype und nicht in den Gelben Seiten sucht, so sehr sucht man Stellenanzeigen auf Stellenbörsen, Meta-Stellenbörsen und Karriere-Netzwerken, nicht in der Zeitung. Aber Fakt ist: Man sucht Stellenanzeigen, nicht nur Employer Brands.

Ob man sich dann für das eine oder andere Unternehmen entscheidet, das hängt wiederrum sehr stark von der Employer Brand ab. Um einen weiteren Vergleich zu bemühen: Man kauft keinen Red Bull, wenn man Die Marke auf einem Sportevent wahrnimmt. Man wählt aber Red Bull über andere Marken aus, wenn man einen Soft- oder Energydrink im Supermarkt kauft. Das ist der Unterschied zwischen Branding und Verkauf – der Unterschied zwischen Employer Branding und der Stellenanzeige. Ganz grob gesprochen.

Es lebe die (online) Stellenanzeige!

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Zukunft Personal: Alles web 2.0, Employer Branding, Social – oder was?

Cologne Cathedral at Sunset
Image via Wikipedia

Diese Woche war in Köln die Zukunft Personal Messe. Der Treffpunkt, für alle aus der HR Branche. Neben reichlich HR-Software gab es natürlich auch eine Reihe an Dienstleistern, Agenturen und Websiten, die um die Aufmerksamkeit der Fachbesucher buhlten. Und hier tauchten reichlich die aus allen anderen Bereichen der Medien bereits bekannten aktuellen Buzzwords rund um Web 2.0 auf.

Bin ich der Einzige, dem auffällt, das viele alte Konzepte einfach einen frischen Web 2.0-Anstrich bekommen haben? Und in Zeiten, in denen man mit konkreten Stellenangeboten weniger Geld verdienen kann, wird plötzlich alles „Employer Branding“ genannt. Wirkliche Innovationen habe ich wenig bis garnicht gesehen.

Die HR Branche ist scheinbar noch recht schwerfällig. Dies bestätigte sich in einem Gespräch mit Pascal von Absolventa, die mit vielen klugen Innovationen in den Markt gestartet sind und nun auch vor der Realität der Innovationsfeindlichkeit vieler Kunden zu ausgetreteneren Pfaden gefunden haben. Manuel von talential hat reichlich ge-networked und Video-Interviews gemacht – auch mit Stefan von squeaker.net. Jo von cyquest war von der Innovationsdichte auf der Messe auch nicht gerade angetan und hatte in diesem Jahr auch keinen Stand gebucht. Ob sich die Stände der Startups Absolventa, kununu und Jobmensa ausgezahlt haben, würde mich mal interessieren. Wenn ja, würden wir mit squeaker.net im nächsten Jahr auch unseren Beitrag dazu leisten, etwas frische Luft in die alten Messehallen zu bringen.

Als Treffpunkt vieler interessanter Personen und Persönlichkeiten hat die Zukunft Personal allerdings funktioniert. Insbesondere dadurch, dass parallel die dmexco stattfand, hat sich für viele eine doppelte Gelegenheit für eine Reise nach Köln ergeben. Die dmexco-Parties waren auf jeden Fall sehr spassig.

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squeaker.net Twitter News